FAB.Region
Regionale Wertschöpfung für eine nachhaltige Zukunft
Das Bergische Städtedreieck steht vor der Herausforderung, resiliente Wirtschaftsstrukturen zu schaffen. Globale Lieferketten verursachen Abhängigkeiten, Ressourcenverbrauch und Unsicherheiten. Das Projekt FAB.Region Bergisches Städtedreieck – Transformation hin zu einer co-kreativen Kreislaufwirtschaftsregion“ setzt hier an und überträgt den Fab City-Ansatz erstmals auf eine gesamte Region in Deutschland. Ziel ist es, lokale Kreisläufe zu stärken, Unternehmen, Wissenschaft und Gesellschaft zu vernetzen und nachhaltige Produktionsformen zu fördern.
Der Fab City-Ansatz im Bergischen Städtedreieck
Die Fab City Initiative verfolgt die Vision, Städte und Regionen in die Lage zu versetzen, mehr lokal zu produzieren und Ressourcen im Kreislauf zu halten. Weltweit sind über 50 Städte wie Barcelona, Paris und Boston Teil des Netzwerks. Nun wird das Bergische Städtedreieck als erste deutsche Region Mitglied der Initiative.
Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage wie die Transformation einer co-kreativen Kreislaufwirtschaftsregion nach den Prinzipien des „Make“, „Learn“, „Share“ aussehen kann. Wie ermöglichen wir eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Region? Wie können die regionalen Innovationsorte zur Förderung nachhaltiger Produktionsweisen aufgebaut werden? Der Fokus liegt dabei auf den Leitmärkten Bauen, Textil und Ernährung.
Innovationsorte als Anker der lokalen Umsetzung
Neben der Gläsernen Werkstatt in Solingen agieren die Gründerschmiede in Remscheid sowie das Gut Einern in Wuppertal als Innovationsorte. Unterstützt wird das Projekt von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft, dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP), dem Institut Arbeit und Technik, dem Start-up Center der Bergischen Universität Wuppertal sowie dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.
Klinikum zum Mitnehmen
Kreislaufwirtschaft sichtbar gemacht
Mit dem Projekt “Klinikum zum Mitnehmen” wurde das Thema Kreislaufwirtschaft im Oktober 2025 sichtbar. "Unser Ziel war es, möglichst viele Gegenstände vor der Entsorgung zu retten und in Vereinen, Initiativen, öffentlichen Einrichtungen, Betrieben oder Privathaushalten weiter nutzen zu lassen", erläutert Dr. Maximilian Hoor, der das Vorhaben im Projekt FAB.Region Bergisches Städtedreieck betreute.
Hintergrund
Dort, wo heute noch das mehrstöckige Bettenhaus des Städtischen Klinikums Solingen steht, soll ab 2026 neu gebaut werden. Das alte “Haus G” wird zurückgebaut und abgerissen. Vor diesem Hintergrund startete im vergangenen Herbst ein innovatives Mitnahme-Projekt: Jeder, der interessiert ist, konnte Möbel, Bauteile und Ausstattungsgegenstände selbst ausbauen und mitnehmen. Angesprochen waren Bürgerinnen und Bürger, öffentliche Einrichtungen, Vereine, Handwerksbetriebe und Initiativen.
Lose Möbel, Türen, Regale, Einbauschränke und Küchen, Büroeinrichtungen, Sonnenschutzlamellen, Rammschutzleisten und Kleiderständer konnten mitgenommen werden. Das innovative Projekt verfolgte mehrere Ziele:
- Wiederverwendung von Ressourcen statt Entsorgung
- Reduzierung von CO₂-Emissionen und Ressourcenverbrauch
- Stärkung des das Bewusstseins für Kreislaufwirtschaft, Rückbau als Chance für gesellschaftliche Teilhabe
Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen werden aktuell ausgewertet.
Ansprechpartner

Dr. Maximilian Hoor
Projekt FAB.Region Bergisches Städtdreieck
E-Mail: hoor[at]seg-solingen.de
Telefon: +49 212 290-5649
