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Alter Bahnhof

Abbildung: Alter Bahnhof Solingen

Die Pläne der Investoren

Rückblick: Das Konzeptvergabeverfahren

Das Verfahren startete im April 2025, betreut wurde es vom Ingenieurbüro scheuvens + wachten plus planungsgesellschaft mbh. Zugrunde lag ein Exposé, das im Februar politisch beschlossen worden war. Mehrere Investoren bekundeten ihr Interesse, insgesamt sechs besichtigten das Objekt. Danach hatten die Teilnehmenden vier Monate Zeit, ein Konzept zu entwickeln. Letztlich eingereicht wurde ein Wettbewerbsbeitrag, das einer Fachjury aus Verwaltung, Politik und externen Fachleuten zunächst anonymisiert vorgestellt wurde - und sie überzeugte. 

In ihrer abschließenden Bewertung empfahl die Jury einstimmig, mit dem Sieger des Konzeptvergabeverfahrens in die weiteren Verhandlungen einzusteigen. Erst danach wurde die Identität aufgedeckt. Hinter dem Konzept steht eine Investorengruppe aus Solingen: Atilla Parlar und Berkan Ugurlu kommen aus der Immobilienbranche, Mehmet Ates verfügt über Gastronomie-Erfahrung. Er betreibt die Gaststätte Fasil in der Innenstadt. Das Trio arbeitet zusammen mit dem Büro Gerlich Architektur Städtebau aus Wuppertal.

 

Der Entwurf überzeugt 

Der Entwurf erhält die vorhandene Gebäudestruktur weitestgehend. Das betrifft vor allem den ehemaligen Hauptbahnhof und die alte Fahrgastbrücke, die unter Denkmalschutz stehen. Das nicht denkmalgeschützte Nebengebäude an der Westseite soll durch ein sogenanntes „Staffelgeschoss“ erweitert werden, das von der Grundfläche etwas kleiner ist als die darunterliegenden Geschosse. Bestehende Freiflächen in Richtung Gleise sollen weiter ausgebaut werden, ein derzeit verwilderter Bereich hinter dem Nebengebäude soll nutzbar gemacht werden. 

Die Nutzung gliedert sich in mehrere Bausteine, die nacheinander aktiviert werden können. Die Bergische Universität behält ihren Standort im alten Bahnhofsgebäude, die Gastronomie soll wieder geöffnet und zur Eventlocation erweitert werden. Eine Radstation mit Fahrradverleih soll Platz finden, im Anbau ein Beherbergungsbetrieb entstehen. Der Baumbestand soll erhalten bleiben, die Versiegelung minimiert werden. Das Konzept enthält auch Ideen für eine saisonale Nutzung, etwa mit einem Markt im Winter und eine Strandbar/Lounge im Sommer. 

Im Urteil der Jury heißt es, das Konzept biete eine gute Basis, um den Standort insgesamt zu stärken und mehr Menschen in die südliche Innenstadt zu bringen. Die vorgestellten Nutzungsbausteine würden auf die Erwartungen einzahlen, die die Stadtgesellschaft an den Standort stellt. Das Umfeld des Südparks werde einbezogen, ebenso bürgerschaftliche Aktivitäten, auch in konsumfreien Bereichen. Zudem seien die Eingriffe in die unbebaute Umgebung so gering wie möglich. Positiv sahen die Jurymitglieder die Aufstockung, auch wenn der Bebauungsplan diese Gebäudehöhe aktuell nicht vorsieht.

In ihrer abschließenden Bewertung empfahl die Jury deshalb einstimmig, mit dem Sieger des Konzeptvergabeverfahrens in die weiteren Verhandlungen einzusteigen. 

 

So geht es jetzt weiter

Im Oktober 2025 folgte der Rat der Stadt Solingen dem Urteil der Jury und beschloss, das Konzept weiter zu verfolgen und mit den Investoren über den Vertrag zu verhandeln. Auf dieser Grundlage wird das Konzept aktuell weiter konkretisiert. Parallel dazu laufen die notwendigen Abstimmungen mit Verwaltung und Behörden. Wenn alles gut läuft, könnte der finale Beschluss zum Verkauf möglicherweise im Laufe des Jahres 2026 fallen. 

Für die Umsetzung der einzelnen Bausteine gibt es unterschiedliche Zeithorizonte. So wäre es schon sehr zügig möglich, den Gastronomiebetrieb wieder aufzunehmen. Dort, wo bauliche Veränderungen nötig sind, wäre ein längerer Vorlauf nötig.